24/03/26

Neues Jahr, neue AK

 

Ja, kaum zu glauben, in diesem Jahr fällt die fünfte Null (zwar erst im Oktober, aber die neue AK gilt schon ab dem 01.01.) 😝.
Ein Grund die letzten Jahre zu reflektieren und/oder in die Zukunft zu schauen.

Ich bin recht spät zum Laufen gekommen und das ist vielleicht etwas, was ich im Nachhinein bereue 😠. Ich war 39 Jahre alt und hatte viel zu viele Kilos auf den Rippen. Das war der eigentliche Grund, um mit dem Sport anzufangen. Als Kind habe viel Sport getrieben, habe einiges ausprobiert und war draußen unterwegs. Im Schulsport war ich immer mit unter den Besten. Warum habe ich dann eigentlich aufgehört Sport zu treiben und mich zu bewegen?

Ich schiebe, dass jetzt mal auf die Pubertät. Ich habe mich lieber verkrochen und völlig falsch ernährt. Chips und Cola waren fast an der Tagesordnung und außerhalb der Schule habe ich mich so gut wie gar nicht mehr bewegt. Leider war dann auch keiner da, der mir den Spiegel vorgehalten hat (und selbst wenn, hätte ich mir wohl auch nichts sagen lassen 😔).
Nun ja, daran ist nichts mehr zu ändern. Ist halt passiert und mit 39 Jahren, habe ich dann doch endlich die Reißleine gezogen. Zunächst habe ich die Ernährung (Verzicht auf Kohlenhydrate) angepasst und dann kam das langsame Einsteigen in sportliche Aktivitäten. Erst Kraft und Cardio, dann ein paar Monate später begann ich mit dem langsamen Joggen.

Tja und nun bin ich 49 Jahre alt, laufe also seit 10 Jahren und versuche mich stetig zu verbessern. Inzwischen wage ich mich an die Marathon- und Ultradistanzen. Wenn es mit den Geschwindigkeiten nicht besser wird, dann versuche ich mich eben über die Distanz zu verbessern.

Jetzt bin ich auch an einem Punkt angekommen, an dem ich versuche, nur noch Spaß zu haben und mich nur noch mit Gleichaltrigen zu vergleichen. Auch wenn es manchmal schwerfällt, aber es nützt ja nichts. Mit 15-25 Jahre Jüngeren komme ich nun einmal nicht mehr mit und eigentlich möchte ich mir diesen „Stress“ auch nicht mehr machen. 😅

Draußen unterwegs zu sein, einen Podcast auf den Ohren oder einfach die Natur genießen. Genau das ist es doch, was wirklich schön an dieser Art der Fortbewegung ist. Und wenn ich dann doch mal an einem „Wettkampf“ teilnehme, dann möchte ich zwar weiterhin mein Bestes an diesem Tag geben, aber wenn dann nur ein Platz im Mittel oder am Ende des Feldes herauskommt, dann ist das auch vollkommen in Ordnung (siehe meinen Bericht zum 10. Schweriner Seentrail).

In diesem Sinne freue ich mich jetzt auf die nächsten Jahre, die hoffentlich noch einige Laufabenteuer für mich bereithalten.

10. Schweriner Seentrail

 Ein Wochenende in Schwerin.


 

Nicht nur zm sightseeing, sondern für mich hauptsächlich zum Laufen, genauer gesagt zum Trailrunning.

Zum Saisonauftakt habe ich mich beim 10. Schweriner Seentrail (die kleine Seenrunde von 33 km) angemeldet und so geht es am Freitag zusammen mit meiner Frau Sylvia Richtung Norden. Erster Stopp vor Ort natürlich wieder die Startnummernabholung. 😊

 


Am Samstag, 10.00 Uhr, starten die meisten Teilnehrm dann gemeinsam per "kaltem Start" und laufen sich ca. 3 km warm um dann um 10.30 Uhr beim Schweriner Schloss richtig zu beginnen.

 


 

Leider haben wir mit dem Wetter etwas Pech. Wo gestern noch schönster Sonnenschein war ist heute alles zugezogen und neblig. Nun ja, wenigestens regnet es nicht, auch wenn es ruhig minimal wärmer sein könnte. 7 C° sind nicht viel. 😟

Die Strecke ist leider nicht ganz "trailig" und so starten wir zunächst auf asphaltierten bzw. kopfsteingespflasterten Wegen, bevor es nach ca. 3 km auf einen kurzen Waldabschnitt  geht. Hier ist erst einmal Schlange stehen angesagt, da auf einem Singletrail zunächst ein Hügel hoch und dann kurz wieder abwärts geht und das Teilnehmerfeld noch dicht beieinander ist.


Nach ca. 5 km merke ich, dass meine Vorbereitung alles andere als gut verlaufen ist (mein längster Vorbereitungslauf war 12 km lang 😱) und die Frühjahrspollen mit denen ich seit ein paar Jahren zu kämpfen habe, sind auch nicht sonderlich hilfreich. Meine Herzfrequenz ist ziemlich schnell recht weit oben und so heißt es leider Tempo rausnehmen und Mitläufer vorbeiziehen lassen. 
Aber ehrlich gesagt, finde ich es diesmal überhaupt nicht schlimm nach hinten durchgereicht zu werden. Manchen Läufern mache ich sogar einfach nur deshalb Platz, weil mir ihr "Geschnatter" auf den Keks geht. Ich bin hier um Spaß zu haben und die Natur zu genießen. 😛 
Nach ca. 10,5 km kommen wir beim ersten von drei Verpflegungspunkten an. Hier nehme ich ein wenig Tee und Cola zu mir. Mache mich aber schnell wieder auf meinen weiteren Weg. Ich habe ja schließlich erst 1/3 geschafft und noch einiges an Wegstrecke vor mir. 


Jetzt beginnt meiner Meinung nach der schönste Streckenabschnitt der bis zum 2. VP immer schön durchs Unterholz und entlang des Seeufers verläuft. Über richtig schöne Singletrails geht es hügelig vorwärts und die Kilometer verfliegen nur so. 

Am VP 2 angekommen heißt es erst einmal wieder etwas durchschnaufen und Tee und Cola zu sich nehmen, bevor es weitergeht. Jetzt endet allerdings der schöne Trail. Auf einem asphaltierten Fahrradweg geht es weiter. Dieser Abschnitt ist für den Kopf und die eh schon angeschlagenen Waden nicht sonderlich schön. Hier kann ich zwar wieder ein paar Plätze gut machen, aber wirklich schön ist etwas anderes. 

Beim 3. VP halte ich mich nicht sonderlich lange auf. Eigenltich möchte ich jetzt nur noch ins Ziel. Ca. 6 km muss ich noch durchhalten. Wenigstehens geht es jetzt wieder etwas querfeldein; der weitere Weg verläuft über eine Wiesentrampelpfad. Jetzt verkrampfen meine Waden immer mehr. Ja, ich habe wieder einmal viel zu wenig Elekrolyte zu mir genommen. Memo an mich selbst: Ich muss das dringend ändern!!!

Nach ca. 30 km erreiche ich den See und kann den blauen Kran, der das Ziel markiert, sehen und die Stimmung im Zielbereich hören. 


Allerdings muss ich noch einmal fast ganz herum um den See. An der Hafenpromenade und dem Ziel angekommen werde ich von Sylvia in Empfang genommen und kann etwas fertig und durchgefroren die Medaille in Empfang nehmen.


  

Auch wenn der Lauf nicht ganz so verlaufen ist wie erhofft, bin ich trotzdem ein wenig Stolz auf mich, dass ich die Strecke geschafft habe. 😏

Ich bedanke mich bei den Veranstaltern, der Organisation und den vielen Helfern vor Ort. Es ist wirklich eine sehr tolle Veranstaltung, die ihr auf die Beine stellt und wer weiß, vielleicht komme ich wieder, um das Ganze besser zu meistern. 😃

 

Heartbeat-Ultra

Am 22.11. geht es für Sylvia und mich nach Fulda zum Heartbeat-Ultra. Einer Lauf-, Walk- und Wanderveranstaltung für den guten Zweck. Hier geht es also nicht allein darum Spaß zu haben, sondern vorallem darum, Spenden für den Verein Fontanherzen e. V. zu sammeln. 



Ich möchte in diesem Rahmen meinen zweiten Ultra laufen und da Sylvia diesmal auch als Nordic-Walkerin mitmachen kann, versucht auch sie soviele Kilometer wie möglich zu schaffen.

Bei -7 C°  geht es morgens um 6 Uhr an den Start. Man muss aber nicht so früh aufstehen, sondern kann auch noch später am Tag auf die Strecke gehen, um seine Runden zu laufen (vielleicht hätten wird das im Angesicht der eisigen Temperaturen auch machen sollen 😝). Aber wer weit laufen möchte, muss halt auch vor den Vögeln aufstehen 😜.
Mit einem Bengalo-Feuerwerk werden Sylvia, Bernd, Ina  und ich sowie all die anderen Verrückten auf die 6 km lange Strecke geschickt, die durch die sehr schöne Fuldarer Aue verläuft. 


Jede Runde endet wieder im Stadion, wo ein reichlich bestücktes Läuferbufett und ein Feuerwerk an guter Stimmung auf die Teilnehmer wartet. Und so schaffen es alle Beteiligten, dass trotz der eisigen Temperaturen einem warm ums Herz wird. 💓

Auch wenn ich ja alles andere als ein Frühaufsteher bin, muss ich sagen, dass sich der heutige frühe Start gelohnt hat. Wir können einen wunderschönen Sonnenaufgang genießen! 😍


 

 

 
Die Stimmung ist aber nicht nur im Stadion sonder auch an der Strecke bombastisch und so vergeht die Zeit wie im Fluge. Für Sylvia ist dann nach 4 Runden Schluss. Insgesamt hat sie somit 24 km erwalkt und somit zum ersten Mal die HM-Distanz geschafft. Wahnsinn. Ich bin äußert stolz auf sie. 💖
 

Für mich geht es allerdings noch weiter. Ich habe da ja noch was vor. 😜Eigentlich möchte ich ja gerne die 60 km voll machen, aber leider machen meine Beine in der 8. Runde nicht mehr wirklich mit. An Laufen ist nicht mehr wirklich zu denken. Um aber wenigstens die 50 km zu überschreiten und somit eine offizielle Ultradistanz auf der Uhr stehen zu haben mache ich mich dann doch noch auf die 9. Runde. Wenn auch nicht mehr wirklich laufend, sondern eher als Powerhiker. Auf dieser Runde werde ich von Marko begleitet, den ich über die High on Running-Community kennengelernt habe. Aufgrund des geringen Tempos können wir uns diesmal noch etwas genauer austauschen und neue Pläne für das kommende Jahr machen. Danke an dieser Stelle nochmal für den Tipp zum DUD-Ultra in Duderstadt. 😜
 
Wieder im Stadion angekommen gebe ich endgültig auf für dieses Jahr. Wandernderweise könnte ich vielleicht noch eine Runde schaffen. Aber das wäre Blödsinn und vollkommen irrsinnig für meinen Körper. Am Ende stehen 55 km auf meiner Corosuhr (offiziell etwas weniger) und damit bin ich vorerst auch zufrieden.
 

 
Ich bedanke mich nochmal an die Veranstalter, Organisatoren und die vielen tollen Helfer vor Ort. 
Wer eine tolle Laufveranstaltung sucht und das ganze auch noch mit einer Spende für eine wirklich wichtige Sache verbinden möchte ist hier genau richtig. Und übrigens müsst ihr nicht einmal selbst laufen, wallken oder wandern um Gutes zu tun. Ihr könnt selbstverständlich auch so spenden oder andere Teilnehmer unterstützen. 😀Wie das alles geht steht auf der Seite des Heartbeat-Ultra. Link siehe oben!
 
 
 
 
 

Volksbank-Münster-Marathon 2025

 Münster wir kommen.

Ich habe mich schon frühzeitig entschieden einen weiteren City-Marathon zu laufen. Diesmal soll es der Volksbank-Münster-Marathon sein. Nachdem ich im letzten Jahr mit Berlin und der Masse an Menschen etwas überfordert war, soll es wieder etwas beschaulicher zugehen und so habe ich mich bewusst für diese Veranstaltung entschieden. Die Stadt Münster kenne ich noch nicht und bietet sich somit an, um diesen Lauf mit einem tollen Mädelswochenende zu verbinden.
Meine liebste Supportercrew, bestehend aus meiner Frau und meinen Schwestern, und ich machen uns Freitagfrüh auf den Weg nach Nordrhein-Westphalen. 

Nachdem wir die Unterkunft bezogen haben, geht es zunächst zur Startnummernabholung (ich bringe das ja immer möglichst früheitig hinter mich, damit die ätzende Nervosität etwas nachlässt 😜).



Nachdem wir das erledigt haben machen wir uns auf zum Sightseeing dieser Studentenstadt. Ich muss sagen, eine wirklich sehr schöne Stadt. Vorallem natürlich die Innenstadt mit dem Dom und dem Prinzipalmarkt, auf dem morgen hoffentlich das Ziel auf mich wartet.

 


Den Abend lassen wir dann noch schön gemütlich viel Lachen und Anekdotenerzählen ausklingen.

Am nächsten Morgen geht es wach und munter in die Startaufstellung. Ich bin zwar immer noch nervös, aber meine Liebsten dabei sind (wenn auch nur am Streckenrand) kann ja nicht viel passieren.

 

 
Pünktlich werden wir auf die Strecke geschickt und so laufe auch ich los. Zeitlich habe ich mir vorgenommen schneller als in Berlin (da lief es ja bekanntermaßen grottig) zu sein. Klar wäre einen neue Bestzeit schön, aber ich fürchte das werde ich auch diesmal wieder nicht schaffen. 
 
Ich ordne mich beim Pacemaker für die Zielzeit für 4:30 Uhr ein. Gute 26 km kann ich das Tempo gut mithalten. Dann fängt der Oberschenkel an etwas zwicken, womit ich aber noch gut umgehen kann. Dann kommen aber wieder die Waden dazu und die Luft wird immer dünner, sodass ich ein paar Gehpausen einlegen muss. Die Stimmung an der Strecke ist super. Fast überall ist Party angesagt und so konzentriere ich mich ab km 32 nur noch aufs Ankommen und  versuche die Umgebung aufzunehmen, die Stimmung an der Strecke zu genießen und bis zum Ziel durchzuhalten, um eine der begehrten Medaillen zu erhalten.
 

 
Erledigt, aber glücklich komme ich am Prinzipalmarkt an und werde doch kreischend und anfeuernd von meinen Supportern am roten Teppich in Empfang genommen und kann mir meine 3. Marathon-Medaille umhängen lassen. Zielzeit ist zwar schlechter als Hamburg, aber schneller als Berlin. Am Ende stehen 4:45:47 Uhr zu Buche.


Ich möchte mich hier nochmal ganz ausdrücklich bei meiner Frau und meinen Schwestern bedanken. Ohne Eure Unterstürzung an der Strecke und im Zielbereich, hätte ich es wohl nicht geschafft. 😍😍


Natürlich geht mein Dank auch an die Veranstalter, Organisatoren und vielen Helfer an der Strecke. Ihr stellt hier ein wirklich tolles Event auf die Beine. Ich kann diesen Lauf nur weiterempfehlen. 😀


 

 

Erster Community-Run der High on Running-Community

Am Samstag, den 05.07.2025 traf sich ein Großteil der High on Running-Community zu ihrem ersten gemeinsamen Laufevent. High on Running steht nicht nur für eine Laufgemeinschaft, sondern für ein Laufen für den guten Zweck, insbesondere für die Kinder der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Wolfenbüttel. Und so war auch dieses Event darauf angelegt, dass Spenden der Teilnehmenden entgegengenommen wurden.

Hoch hinauf zum Brocken - dem höchsten Berrg (1141,2 m. ü. NHN) des Mittelgebirges Harz - sollte es gehen.

 


Um der sommerlichen Hitze zu entgehen, trafen sich die Gemeinschaft um 7:30 Uhr auf dem Parkplatz Oderbrück im Harz. Nach ein wenig Vorgeplänkel, Fotos knipsen und einer schönen Rede des Organisators Stefan aka Pepelass wurde die Teilnehmer um kurz nach 8:00 Uhr auf die Strecke geschickt. Ca. 30 Läufer machten sich auf den Weg, um die den höchsten Berg zu erklimmen.

Netterweise hatte die Orga sich für die kürzeste Streckenführung (jedenfalls kenne ich keine kürzere) entschieden. Schließlich ging es hier um die Gemeinschaft und nicht um irgendwelche Bestzeiten. Egal ob erfahrene, schnelle Läufer oder der durchschnittliche Alltagsläufer. Jeder war bei diesem Lauf willkommen und es bildeten sich schnell verschiedene Leistungsgruppen.  

Etwas über 8 km ging es hinauf. Ich hielt mich die meiste Zeit im Mittelfeld auf und bewunderte diejenigen, die es schafften, die Strecke ohne große Gehpausen zu absolvieren. Spätestens ab der steilen „Panzerstraße“ war dann dann aber für die Meisten Schluss mit Laufen und es wurde ins Wandern gewechselt. Perfekt zum Durchschnaufen und Bilder knipsen. Auch das gehört dazu. Man ist ja nicht jeden Tag hier unterwegs.

 



Auf dem Gipfel angekommen ging es noch mit drei anderen Teilnehmern um das Brockenplateau herum und wir genossen die Aussicht. Das obligatorische Beweisfotos musste nachtürlich auch noch geknipst werden.😎 



Und dann ging es auch schon wieder bergab, und zwar den gleichen Weg, den wir auch hoch gekommen waren. Die Streckenführung hatte Henrike vorab herausgegeben, sodass jeder der wollte sich die gpx-Datei auch seine Uhr spielen konnte. 

Auf dem Rückweg konnte ich mich noch mit Denis, den ich vor diesem Lauf nicht kannte, noch ein wenig unterhalten (was die Puste so hergab), da wir ungefähr das gleiche Tempo liefen. Die letzten 2 km war ich dann ein wenig schneller als er, konnte ihn aber gut noch ins Ziel ziehen, wofür er nach eigener Aussage sehr dankbar war. So etwas hört man gerne, passiert ja eher selten, dass ich schneller bin als jemand anders. 

Wieder am Parkplatz angenommen, gab es noch eine richtig schöne Teilnehmer-Medaille und bei Snacks und Getränken konnte sich die Community noch Austauschen und weiter kennenlernen.

 


Ich würde sagen, dieser Lauf war ein voller Erfolg und schreit förmlich nach einer Wiederholung.😃

 

26/05/25

Lafferde Loop Challenge (LLC) - 2025

 Am 17.05.2025 war es soweit. Meine erste Teilnahme an einer Backyard-Veranstaltung und mein erster Versuch, eine Ultra-Distanz zu erlaufen.

Für mich fing der Tag bereits um 3:00 Uhr in der Früh, da ich noch 45 Min. Anreise mit dem Auto in Kauf nehmen  (fürs Zelt sind meine Knochen eindeutig zu alt :o) und auch noch meinen eigenen kleinen VP aufbauen wollte. Gegen 04:30 Uhr traf ich in Klein Lafferde ein, traf auf ein paar Gleichgesinnte und wir bauten unsere VP ´s in der Nähe des Start-Ziel-Bereichs auf. 
Nachdem uns Ramon (der Veranstalter) mit ein paar netten Worten eingestimmt hatte, ging es pünktlich mit Sonnenaufgang um 5:21 Uhr auf die erste Runde.

Kurzer Diskurs:
Für diejenigen unter Euch Lesern, die nicht wissen was ein Backyard ist. Hier eine kurze Erläuterung: Es handelt sich hierbei um ein Ultramarathon-Format, bei dem eine 6,706 km lange Runde innerhalb einer Stunde zurückgelegt werden muss. Der Lauf endet erst, wenn nur noch ein Läufer die Runde innerhalb einer Stunde schafft. Jeder andere Läufer, der vorher aussteigt, wird als DNF gewertet. 

Insgesamt wurde der Lauf mit 65 Läufern gestartet. Nicht jeder von diesen wollte auch wirklich die Ultra-Distanz erlaufen. Manche wollten einfach mal schauen, was geht. Vielleicht nur eine Runde; vielleicht auch nur den ersten HM oder Marathon. 

Für mich war aber klar, dass wenn der Körper mitspielt, dann sollten mindestens 50 km am Ende auf der Uhr stehen. Das hieß also mindestens 8 Runden = 8 Stunden auf den Beinen sein. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte ich mir vorgenommen langsam an die Sache heranzugehen. Jede Runde wollte ich möglichst nicht schneller als 45-50 Minuten laufen. Dann hätte ich noch genug Zeit, um mich zu verpflegen, bevor die nächste Runde/Stunde startet.



Zusammen mit ein paar anderen Läufern unseres Laufteams High on Running (HOR) begab ich mich also auf Strecke. Diese führte zunächst durch ein kleines Wäldchen (wunderschöner Trampelpfad) um dann über Beton- und Schotterwege durch die Feldmark zwischen Klein und Groß Lafferde. Die letzten zwei KM der Runde verliefen allerdings schnurgerade, was sich später als sehr anstrengend erweisen sollte. Das Wetter war herrlich. Klar und kühl und wir konnten einen sehr schönen Sonnenaufgang genießen. Allein dafür hat sich das frühe Aufstehen gelohnt:




Meine Zeit- und Verpflegungsstrategie lief ganz gut. Manch einen KM lief ich allerdings zu schnell. Irgendwie lasse ich mich immer wieder von anderen Läufern anstecken, nur weil sich meine Beine in dem Moment einfach gut anfühlen. Nach jeder Runde nahm ich ein Gel zu mir, um die Kohlenhydratspeicher wieder etwas aufzufüllen und trank noch ein paar Schlucke Iso. Und so vergingen die ersten drei Runden wie im Fluge. Und mit jeder Runde wurden es weniger Läufer.

Die HM-Distanz hatte ich also schon fast geschafft und so waren es nur noch 5 Runden, um mein Ziel zu erreichen. Langsam wurden die Temperaturen wärmer und die Sonne stieg immer mehr auf, was für mich hieß, der Schweiß quoll aus allen Poren. Um den Salzverlust und etwaigen Magenproblemen vorzubeugen hatte ich mir extra noch einen Kohlenhydrat-Mix mit Sodium besorgt, den ich mir nun noch zusätzlich in den Pausen einverleibte. Geschmacklich war das auch ganz okay. Und mein Organismus war glaube ich ganz froh darüber.

In jeder folgenden Runde gingen mir die letzten 2 KM immer mehr auf den Puffer und es wurde immer schwerer die Motivation aufrechtzuerhalten. Diese endlos wirkende Gerade hat mich mürbe gemacht.

Die letzten 500 m, die durch ein Wohngebiet führten, bevor es ins Ziel ging, habe ich dann nur noch gehend zurückgelegt.

Nach der 7. Runde (die Marathon-Distanz hatte ich da hinter mir gelassen), war mir klar, dass ich nur noch 1 Runde absolvieren würde. Die Beine waren jetzt lahm und taten weh. Aber die 50 km wollte ich auf jeden Fall erreichen. In gewisser Weise bin ich da doch ein wenig ehrgeizig ;).
Für 3 weitere meiner Mitstreiter war ebenfalls klar, dass sie nach der nächsten Runde aufhören würden und so machten wir uns gemeinsam auf diese Runde. 


Sicher, wenn ich noch eine Mischung aus Laufen und schnellem Walken unternommen hätte, wäre zeitlich sicher noch eine weitere Runde drin gewesen. Aber in dem Moment, als ich mein DNF in die Spalte der neunten Runde eintrug, habe ich mich für die Vernunft und meine Gesundheit entschieden. Und mit der Entscheidung bin ich fein.

                                                                        ©lafferdeloopchallenge

Ach ja, und wer richtig gerechnet hat. Yepp, es waren 53,65 km. :) :).

Am Ende saßen wir dann noch eine Stunde zusammen, haben uns toll unterhalten und die weiteren verbliebenen Läufer angefeuert. 

Und noch eine kleine Anmerkung: Natürlich war das nicht mein letzter Ultra. Ich bin schon für den nächsten Versuch angemeldet: Heartbeat Ultra






19/10/24

Lafferde Loop Challenge

Nach dem Marathon ist vor dem Ultra.


Nun ja. So oder so ähnlich denke ich es mir jedenfalls und habe ich dafür bei der Lafferde-Loop-Challenge angemeldet. 😃

Bei der Veranstaltung handelt es sich um einen Backyard-Ultra-Lauf. Nähere Einzelheiten könnt ihr auf der verlinkten Seite nachlesen. Das Konzept hat mich schon länger interessiert. Umso mehr war ich begeistert, dass es eine solche Veranstaltung in der erweiterten Umgebung stattfindet. 🙌🙌

Wenn ich es schaffe, 8 Runden (also 8 Stunden) durchzulaufen, würde ich meinen ersten Ultralauf finishen. Klingt doch super und ich freue mich schon riesig darauf. 👀

Die nächsten Monate werde ich mich also auf das Grundlagentraining fokussieren.😇


08/10/24

50 Jahre Berlin-Marathon – mein Rückblick

Seit letztem November habe ich auf diesen Lauf hin gefiebert.

Nachdem das Losglück gleich bei meinem ersten Versuch einen Startplatz zu bekommen mit mir war, stand nur noch Berlin in meinem Fokus. Jeder andere Lauf in diesem Jahr wahr zweitranging.

Leider verliefen die 16 Wochen (Trainingsplan) vor meinem Saisonhöhepunkt alles andere als gut. Vor allem das Wetter hat mir einen klaren Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bin kein Hitzeläufer und wenn dann auch noch die ersten Hitzewallungen dazu kommen (ja, ich bin langsam in diesem Alter), schon mal gar nicht. 😈

Für meine Verhältnisse habe ich mich zwar recht oft vor dem Frühstück aufgemacht, aber unter der Woche fehlte die Zeit für längere Läufe und am Wochenende war es dann schon ab 8.30 Uhr so unerträglich warm, dass ich nicht länger als 2 bis 2,5 Stunden unterwegs sein wollte. Also nichts mit langen Vorbereitungsläufen. 😴

Egal, irgendwie werde ich mich da schon durchbeißen. Ich glaube ich neige zum Masochismus.  😲

Und dann war es endlich so weit. Die beste Crew der Welt und ich machten uns am Samstag auf den Weg nach Berlin. Geplant war eigentlich, dass wir mit dem ICE von Hildesheim aus losfahren. 30 Minuten vor Abfahrt, bekam ich dann leider die Mitteilung, dass der Zug nicht in Hildesheim halten kann. Bitte was? Wie nicht halten? Und jetzt? Ich muss zugeben, jetzt machte sich Panik bei mir breit. Schließlich hatte ich nur noch bis 19.00 Uhr Zeit meine Startunterlagen abzuholen. Also kurz mit meiner Crew und meinem Paps – der uns zum Bahnhof fahren sollte – besprochen und dann alle Mann in meinen Wagen und nach Braunschweig gedüst, um zu hoffen, dass der Zug dort hält und uns mitnimmt, was Gott sei Dank dann auch funktioniert hat.

Ich werde kein Freund mehr von der Deutschen Bahn, das könnt ihr mir glauben.

Die Zugfahrt an sich verlief dann reibungslos, sodass ich mein Puls etwas beruhigte.

Im Hotel angekommen, wurde ich allerdings wieder unruhig. Die Dame an der Rezeption hatte die Ruhe weg und es ging nicht voran.

Zwei unserer Truppe waren so nett und nahmen sich unseres Gepäcks an, sodass Sy und ich uns schnell auf den Weg zum alten Flughafen Tempelfeld machen konnten, um dort die Unterlagen abzuholen. Hier war die Organisation super durchdacht und ich nahm recht zügig glücklich meine Startnummer entgegen. Zum ersten Mal seit gut zwei Wochen ging es mir gut und mein Stresspegel normalisierte sich.

Was lerne ich daraus? Beim nächsten Mal werde ich mich nicht erst auf den letzten Drücker um die Abholung der Startunterlagen kümmern und mich frühzeitig an den Ort des Geschehens begeben.

Jetzt konnte endlich der schöne Teil dieses Tages beginnen. Nachdem der Rest meiner Crew zu mir und Sy gestoßen war, schauten wir uns zunächst auf der Marathon-Messe und dem Rollfeld (mit den „Rosinenbombern“) um. Dann machten wir uns auf den Weg zu meiner Cousine und ihrer Familie, die uns netterweise heute Abend kulinarisch verwöhnen wollte. Bei netten Gesprächen und tollem Essen haben wir den Abend ausklingen lassen.

Und dann kam der Tag X.

Nach einem sehr guten Frühstück im Hotel machten wir uns mit den Öffis auf den Weg zum Reichstag.


Hier und da noch ein paar Fotos knipsen und dann machte ich mich auf in meinen Startblock. Da ich keine schnelle Läuferin bin, ging es für mich in den letzten Block (K). Bei netten Gesprächen mit zwei, drei anderen Läuferinnen verging die Wartezeit bis zum Start recht schnell. Mit rund 10.000 anderen Läufern machte ich mich nun bereit, um 42,195 km durch Berlin zu laufen.



 Kurz nach dem Start entdeckte ich meine Crew am Streckenrand, die mich unter Anfeuerungsrufen auf die Reise schickten. Die Siegessäule vor Augen lief ich recht locker los.




Das Wetter war endlich perfekt. Trocken, sonnig und kühl (ca. 15 C°) und dadurch lief ich bis zur Halbmarathon-Marke voll in meinem Zeitlimit. Dann fingen die Vorderseiten meiner Oberschenkel leicht an zu zittern. Ein sehr komisches Gefühl. Sowas kannte ich bisher noch nicht. Nun gut. Erstmal ein Gel schlucken, vielleicht wird es ja besser. Nach und nach wurden meine Kilometerzeiten langsamer und dann, wen hätte es gewundert, fingen meine Waden an Ärger zu machen. Erst die linke, etwas später die rechte. Immer wieder leichte Krämpfe im oberen Bereich. Shit.
Erstmal ein wenig gehen und dann wieder anlaufen. Und noch ein Gel.
Ab km 30 musste ich dann der schlechten Vorbereitung Tribut zollen. Ab jetzt war es für mich nur noch eine Run-and-Walk-Veranstaltung. Aber damit war ich nicht allein. Viele meiner Mitstreiter hatten schon vor mir das Durchlaufen eingestellt.
Klar hatte ich mir meinen Auftritt in Berlin anders gewünscht, aber so ist es halt manchmal. Wie heißt es so schön. Dabeisein ist alles. Als ich das verinnerlicht hatte, genoss ich einfach die Zeit auf der Strecke. Habe ich mit einem breiten Grinsen einfach der Massen an Publikum erfreut und etliche Kinderhände abgeklatscht und einfach Spaß gehabt.





2 Kilometer vor dem Brandenburger Tor wollte mich dann aber der erste 5-Stunden-Pacer überholen. Nein mein Freund, so dann aber doch nicht. Das wollte ich nun doch nicht und ein kleiner Ehrgeizfunken zündete meine Beine noch einmal an und ich lief dem Pacer davon. Durch das Brandenburger Tor und letztendlich auch ins Ziel!


 

Mit 4:57 Uhr bin ich zwar zeitlich nicht sonderlich zufrieden, aber trotzdem glücklich, dass ich es durchgezogen habe.





Berlin! Du, deine laufbegeisterten Einwohner, das tolle Team auf und an der Strecke und natürlich meine absolut liebste Crew, ihr habt mich durch Berlin getragen und ich danke Euch für dieses einmalige Erlebnis. Ihr seid der Wahnsinn!!!

Und Dir liebe Enya. Ganz, ganzen vielen Dank für die tollen Bilder!!!

 


Bestimmt bald wieder...irgendwo... 😅