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20/02/20

6. und damit letzte Etappe: Von Altenbrak nach Thale


Da waren es nur noch 3. 
Beim Frühstück teilt Fipsi uns mit, dass sie hier in Altenbrak die Tour ganz abbricht. Die letzte Etappe traut sie sich nicht mehr zu und sie möchte uns nicht aufhalten. Sie wird mit Bus und Bahn nach Hause fahren. Schade, aber verständlich. Und im Nachhinein, ist das für uns alle auch die beste Entscheidung, die sie treffen konnte. Denn heute führt die Strecke durch den "Grand Canyon des Harzes", entlang der wilden Bode.

Wir drei übrig gebliebenen Elfen starten wieder einmal im Regen.

alle Bilder in diesem Post
stammen von:
©S. Tietke-Weihrauch,
außer sie sind anders gekennzeichnet



Die ersten 5 km führt die Strecke über gut ausgebaute Wege, bevor es immer schmaler und steiniger wird. Das Betreten eines Teils des Weges ist nur auf eine Gefahr möglich, da es hier aufgrund der letzten Witterungsverhältnisse doch etwas gefährlich sein könnte. Wir gehen das Risiko ein und wandern an der Bode entlang weiter.
Der Reiseführer hat nicht zuviel versprochen. Die teils bizarren Felsformationen links und rechts der Bode sind schön anzusehen.
Hier sind auch viele Salamander beheimatet; insgesamt zählen wir 12 Stück. Einfach schön, was die Natur so hervorbringt.



Das Bodetal, durch das wir hindurchwandern, erinnert uns ein wenig an die Wutachschlucht im Schwarzwald. Auch hier sollte man trittsicher sein, vor allem bei diesen nassen und glitschigen Bodenverhältnissen. Am Bodekessel angekommen legen wir unsere Mittagspause ein und genießen unsere Brotzeit. Wie würde es hier wohl im Sonnenschein aussehen?





Ab hier ist es nicht mehr weit bis zum Ziel.
An der Teufelsbrücke (hier verengt sich das Tal zur einzigen Klamm im Harz) angekommen überqueren wir die Bode. Die erste Brücke wurde 1863 erbaut, bis dato war dieser Teil des Bodetales gar nicht zu erreichen, und wurde 1945 von den Nazis gesprengt. Im Jahre 1949 wurde dann eine neue Brücke erbaut und diese dann 2009 ersetzt.




Jetzt sind es nur noch ein paar wenige Kilometer und dann haben wir Thale erreicht; kurz hinter dem Kurpark ist das Ziel!

Ja, wir haben es geschafft!!! Stolz, aber auch irgendwie erleichtert.



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6 Tagesetappen mit jeweils 8 kg schweren Rucksäcken auf insgesamt 107,63 km.
 
Wann geht es wieder auf Tour, Mädels?

5. Etappe: Von Königshütte nach Altenbrak


Heute starten wir etwas früher, da nun die längste Etappe dieser Tour vor uns liegt. Der Himmel ist erst noch bedeckt, aber es regnet immerhin nicht. 

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©S. Tietke-Weihrauch,
außer sie sind anderweitig gekennzeichnet

Auf unserem Weg kommen wir auch an einer Schautafel vorbei, auf der an die Trogfurther Brücke erinnert. Hierbei handelte es sich um eine alte Harzstraße, die das Zisterzienserkloster Walkenried und die Pfalz Bodfeld (hier verweilten die sächsischen und salischen Kaiser einst) verband. Heute ist die Straße überstaut.
An der Trogfurter Talsperre angekommen reißt der Himmel auf und ein paar Sonnenstrahlen erhellen den Tag. Die Talsperre enthält – wie eigentlich alle Sperren im Harz dieses Jahr – wenig Wasser. 


Die Temperaturen sind heute wieder angestiegen. Hoch und runter führt uns der Weg über Rübeland bis nach Neuwerk. 






Für Fipsi – die wohl unerfahrendste Wanderin unter uns – geht es ab hier nicht mehr weiter. Sie kann nicht mehr. Körperlich und mental ist sie hier an ihre Grenzen gestoßen. Wir machen zunächst eine Pause und überlegen, wie wir weiter vorgehen sollen. Wir haben Glück, dass ein freundlicher Anwohner bereit ist, Fipsi mit seinem Pkw bis zur nächsten Unterkunft zu transportieren. Da wir sie nicht gerne allein lassen möchten, erklärt sich Nicole bereit sie zu begleiten. Sy und ich (ok…ich gebe es zu…ich will es unbedingt) entschließen uns weiter zu wandern. Die beiden können ja schon mal für uns mit einchecken.
Ab Neuwerk sind es noch gute 13 km. Laut der Beschreibung des Wanderweges soll hier der romantische Teil der Etappe beginnen. Schön ist der folgende Weg schon, aber auch ganz schön anstrengend. 




Wir haben einiges an Zeit wieder gut zu machen und so beschleunigen wir unseren Gang. Über kleine und größere Pfade geht es zur Wendefurther Talsperre. So langsam werden auch bei uns die Beine müde und die Fußsohlen tun weh, aber „Aufgeben ist keine Option“!.

 Kurz vor dem heutigen Ziel „Zum Jodlerkönig“, fängt es wieder an zu regnen. Jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen und einfach weiterlaufen und dann ist es geschafft. Die letzten Stufen hinaus und ab in die Pension.
In der Pension werden wir mit einem Glas Maibowle herzlich empfangen. Wir checken schnell ein, da die Zeit jetzt doch schon recht fortgeschritten ist. Noch schnell frisch machen und dann ab zum Abendessen. Unsere beiden Mitstreiter sind schon wieder recht erholt und so können wir bei sehr guten Essen und leckeren Getränken den letzten gemeinsamen Abend genießen.

Wir waren übrigens 27 Kilometer unterwegs und haben dafür 7:30 Uhr gebraucht.


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16/02/20

4. Etappe – Vom Brocken bis nach Königshütte



Beim Aufwachen ist der Brocken schon in dichten Nebel verhüllt und es nieselt. Schade, wird wohl nichts mit einer tollen Aussicht. ☹

  
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©S.Tietke-Weihrauch
außer diese nicht gesondert gekennzeichnet



Nach gutem, reichhaltigen Frühstück verabschieden wir uns gegen 10.00 Uhr im Regen vom Brocken. Die Stimmung ist ob des Regens nicht ganz so euphorisch, aber es kann nicht immer nur Sonnenschein geben.


Über die Brockenstraße wandern wir bergab und weiter über den Glashüttenweg. Ab jetzt gehen wir auf unbekannten Pfaden, da wir hier noch nie gewandert sind. Wir kommen an vielen Klippen, u.a. an der Ahrensklint (die wir aber aufgrund des rutschigen Terrains nicht erklimmen) vorbei. Diese Gegend erinnert uns ein wenig an die „Bodensteiner Klippen“. 

Der Wald auf diesem Teil des Wanderweges ist so ganz anders als bisher. Hier ist wesentlich mehr Mischwald vorhanden. Allerdings könnte man diesen Abschnitt mehr genießen, wenn es nicht aus Eimern gießen würde.




Unterwegs hört es dann Gott sei Dank erst einmal auf zu schütten und wir können ein wenig abtrocknen.
Die erste richtige Zwischenstation legen wir im Rangerhaus des Nationalparks „Hohne Hof“ ein. Allerdings trinken wir hier nur einen Kaffee. Unsere Mittagsmahlzeit nehmen wir etwas abseits des Hofes auf einer schönen Wiese am Löwenzahnpad zu uns.




Ein Blick in die Richtung aus der wir gerade gekommen sind, verheißt allzubald leider nichts Gutes. Es ziehen schon wieder dunkle Wolken auf, sodass wir schnell zusehen, alles wieder gut zu verpacken und weiter zu laufen. Kurz nach dem Aufbrechen fängt es leider auch schon wieder an zu regnen. Einige schöne Wanderkilometer weiter erreichen wir die B 27. Jetzt müssen wir leider an der Straße entlang laufen, bis wir am künstlich angelegten "Königshütter Wasserfall" ankommen. Jetzt kommt auch endlich wieder die Sonne heraus. Während Sy und ich noch einen kleinen Anstieg zum oberen Teil des Wasserfalles erklimmen, genießen unsere anderen beiden Wanderelfen die Pause im Sonnenschein. 


Gott sei Dank ist es ab hier nicht mehr weit zu unserer heutigen Unterkunft. Diesmal sind wir in Königshütte „Am Felsen“ eingemietet.
Unser Zimmer ist recht modern eingerichtet, aber leider sehr hellhörig und so können wir das Telefongespräch eines anderen Wanderers vollständig mithören. Nun ja, man kann nicht alles haben. Das Essen ist dafür super und insoweit nur weiterzuempfehlen.

Die heutige Strecke umfasst ca. 18,5 km und 5:25 Stunden.


1. Etappenteil
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2. Etappenteil
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1.Etappenteil
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2.Etappenteil
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3. Etappe – Von Altenau bis hoch auf den Brocken


Die frische Luft der letzten zwei Tage haben letzte Nacht beim Schlafen sehr geholfen, sodass wir recht erfrischt und dank einer Dosis Magnesium 😉 vergnügt am Frühstücksbuffet teilnehmen und uns alsbald recht gestärkt auf die 3. Etappe begeben.
Nach abziehendem Hochnebel klart der Himmel immer mehr auf, als wir von Altenau weiter bergan lostraben. Nach ein paar Kilometern kommen wir zum Förster-Ludwig-Platz.  Hier befindet sich eine Schutzhütte und weitere Sitzgelegenheiten. Aber diese lassen wir "links liegen" und wandern weiter.

alle Bilder in diesem Post sind von
©S. Tietke-Weihrauch
außer es ist anders gekennzeichnet






Leider ist die Strecke über den „Magdeburger Weg“ (der Weg wurde im Harzklub-Zweigverein finanziert und erhielt deshalb diesen Namen) gesperrt. Wir machen uns also auf, der ausgeschilderten Umleitung zu folgen. Dieser Weg erweist sich aber recht bald als äußerst abenteuerlich. Auf einem schmalen, glitschigen Pfad, ohne die Möglichkeit sich irgendwo wirklich abzusichern, geht es bergab. Immer den möglichen Absturz vor Augen. Hier kommt bei Iris – ab jetzt auch liebevoll Fipsi genannt
😉 - auch gleich eine leichte Panik auf, völlig verständlich. Aber da müssen wir jetzt durch bzw. hinunter. 



Nachdem wir uns nach unten gekämpft haben, bleibt nicht uns nichts anderen übrig, als gleich weiter bergauf zu wandern. Willkommen im Mittelgebirge
😲. Diesmal führ der weitere Weg aber auf einem gut ausgebautem Wirtschaftsweg, manche bezeichnen sowas auch gerne als Waldautobahn.

Schweißgebadet und nach Luft japsend machen wir oben ankommend erstmal eine Pause.
Trotz oder gerade wegen der fehlenden Luft bringt Fipsi dann auch gleich den heutigen „Spruch“ des Tages an den Mann/die Frau. Gegenüber unseres Rastplatzes macht ein weiteres wandernden Pärchen Pause und Fipsi ruft zu ihnen herüber: „Petri Heil.“ Was zu viel Gelächter führt…Fipsi, Du bist hier im „Gebirge“ und nicht an der Nordsee
😊!!!

Der weiterer Weg führt uns immer weiter bergauf zum Torfhaus (812 m über N.N). Der Name Torfhaus ist auf eine Torfstecher-Unterkunft zurückzuführen, die hier im 18. Jh. errichtet wurde. Es gilt heute als die höchstgelegenste menschliche Siedlung des Harzes. Der Wald, oder was hier davon noch übrig ist, sieht hier wirklich erschreckend aus. Auch wenn es irgendwie, irgendetwas hat.



Ober angekommen ist es Zeit für eine Kaffeepause. Leider hat der Kiosk, der sich neben dem Informationsgebäude des Nationalparks Harz befindet) heute geschlossen, sodass wir uns beim „Resort“ verpflegen müssen. Allerdings nutzen wir die Außenbestühlung des Kiosk und haben den Brocken fest im Blick, während wir Essen und Trinken zu uns nehmen.
Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht haben, geht es nun ein wenig bergab. Die Sonne kommt langsam durch die Wolken und wir wandern über den Goetheweg (also die ungefähre Route, die Goethe 1777 zusammen mit dem Torfhausförster Degen zur Brockenbesteigung wanderte) durch schöne Moorlandschaften und sehr schön angelegte Wege entlang eines Baches immer weiter Richtung Brocken.






Leider führt kein Weg am „Kolonnenweg“ vorbei. Dieser Abschnitt ist der wohl Heftigste auf dem Weg hoch zum Gipfel. Entlang der Bahnstrecke schrauben wir uns immer weiter bergauf. 


Unser Tagesziel ist fast erreicht, also Zähne zusammenbeißen und weiter. Oben - also auf 1.141 m Höhe - angekommen holen wir uns noch schnell den Stempel ab (ja, wir haben auch die Harzer Wandernadel und das Zusatzheft zum Harzer Hexenstieg dabei) und dann heißt es einchecken. 





Für die heutige Nacht haben wir uns im Brockenhotel – allerdings im Nebengebäude – eingebucht. Wir wollten schon immer eine Nacht auf dem Brocken verbringen. Und wenn nicht heute, wann dann?
Das Nebengebäude erinnert allerdings ein wenig an einen Bunker. Gut, muss ja auch so sein bei den Stürmen, die hier oben des Öfteren toben (es wurden hier schon Windgeschwindigkeiten bis zu 260 km/h gemessen).
Gott sei Dank lassen sich die Fenster aber öffnen. Sonst hätte es wohl noch mehr Beklemmendes an sich.
Das Abendessen und auch die Bedienung sind sehr gut und mit gutem Gewissen weiterzuempfehlen.
Den heutigen Tag lassen wir wieder bei lustigen Gesprächen und ein paar Schluck Schierker Feuerstein ausklingen.

Insgesamt umfasste die heutige Strecke 18,36 km und wurde in einer Zeit von 5.41 Uhr absolviert.


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